Eine kleine Hommage …
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Nach meiner kurzen Nacht in Cartagena bei San Antonio ging es dann gestern weiter nach Norden. Zuvor aber noch ein paar Eindrücke aus meiner kleinen Perle.

Insgesamt wurde es auch dort in der Nacht ziemlich kalt, zumal das Zimmer – eigentlich müsste man das ob der Größe ja eher als eine Art Suite bezeichnen – beeindruckend gut “belüftet” war. Aber Grund zum Meckern gibt es nicht, vielmehr war ich ja froh, am späten Nachmittag noch eine Bleibe zu finden. Das wäre sonst ziemlich spannend geworden. Vermutlich hätte ich versucht, mich einfach an der Autobahn auf eine Copec-Tankstelle zu stellen. Klingt etwas absurd, ist hier unten aber wohl durchaus möglich – wenn auch nicht “garantiert”.

Zurück zur kalten Nacht: Da meine Suite wie gesagt doch recht kalt wurde, habe ich mal meine Gasheizung angeschmissen und mich dann in der Küche für den Abend eingerichtet. Das gleiche Szenario dann am Morgen zum Aufwärmen:

Dazu noch ein Eindruck vom Schlafraum sowie unten ein weiterer Raum für drei weitere Gäste. Wie gesagt, Suite, nicht Zimmer.

Insgesamt aber alles gut und mein Motorrad wurde sogar in einem eigenen, abgesperrten Parkplatzbereich eingeschlossen. Inklusive zweier Hunde, die dann Wache halten konnten. Wobei ich ehrlicherweise etwas unsicher bin, inwieweit die beiden ihre Funktion wirklich in der Form ausfüllen – zumindest haben sie auch mich direkt ganz freundlich begrüßt. Für das Szenario “fremd hier, was will der hier?” irgendwie ein wenig schwach 😉 Dazu hat der Herr des Hauses noch irgendeine Plakatwand hinter mein Moped gestellt, sodass man es gar nicht von der Straße aus sehen konnte. Also wie gesagt, wenngleich der Zustand insgesamt ziemlich ausbaufähig war, alles sehr nett!

Am Morgen dann hatte ich Zeit, mir nochmal das Meer anzuschauen. Ich kam nämlich nicht an das Motorrad. Es war ja eingeschlossen … (aber die Hunde waren weiterhin erfreut, mich zu sehen). Spannend war dann auch ein kleines Rudel Straßenhunde, dass wie abgesprochen aus dem morgendlichen dreier-K (Kaffee, Kippe, Ka**en) zumindest Nummer 3 in gemeinschaftlicher Runde unten am Strand vollzog. Der größte der Gruppe hat mir gegenüber einen ziemlichen Lauten gemacht. Ich bin dann auf ihn zu und hab ihm mal klar gemacht, was ich davon halte. Halbwegs freundlich aber doch recht verbindlich. Darauf hin hat er abgedreht. Das ist mir aber schön öfter aufgefallen. Auch die Kollegen, die auf das Motorrad gestürmt kommen, drehen in der Regel eingeschüchtert ab, wenn man anhält und mal ein paar klare Worte loslässt. Aber der große Kollege aus dem Rudel kam dann einen Moment später ganz zielgerichtet auf mich zu und hat kurz Geschnappt. Kein wirklicher Versuch zu beißen (denke ich), sondern eher so ein “Du Blödmann!”.

Wie auch immer, mein Motorrad also eingeschlossen und der Eingang von dem “Hotel” mit einem zusätzlichen Gitter verschlossen. Also die Telefonnummer (hier sind alle via Whatsapp erreichbar) draußen auf der Wand eingegeben – nichts. Dann die Internetadresse draußen auf der Wand eingegeben – “diese Seite ist nicht verfügbar”. Nach längerem Hin- und Herüberlegen habe ich dann noch eine Gegensprechanlage an der zweiten Tür (hinter dem Gitter) gesehen. Also Besen aus meiner Suite geholt und durch die Gitterstäbe auf den Klingelknopf – nichts. Nochmal – nichts. Tadelloser Zustand! Nagut, ein paar Mal den Besen durch das Gitter gegen die Tür gerammt und siehe da, sofort kam jemand.

Motorrad beladen und auf nach Norden.

Der Weg war dann relativ unspektakulär, wobei ich mir für die dann knapp 500 km überlegt habe, doch ganz normal Autobahn zu fahren. Da gab es auf dem ganzen Stück (in meine Richtung) lediglich eine Kontrolle und die war relativ unproblematisch. Auf die Frage, wo ich denn hinmöchte sage ich jetzt immer nur noch “Arica, frontera”. Also oben an die Grenze nach Peru. Ein Blick auf mein beladenes Motorrad scheint da irgendwie Sinn zu ergeben. Daumen gedrückt, dass das so bleibt. Ein paar Wagen vor mir war jemand, der beispielsweise wieder umdrehen musste.

Überhaupt sind auch diese Kontrollen ganz witzig. Das ist immer eine Kombination aus Leuten vom Militär – in der Regel junge Typen mit Maschinengewehr – und Leuten von der Regierung, Gesundheitsamt oder sowas in der Art – in der Regel junge Mädels. Wer hat das Sagen? Naklar die Mädels 😉

Schließlich bin ich dann irgendwann ca. 40 km südlich von La Serena auf einem Campingplatz angekommen. Zu meinem Glück hatte der mehr oder weniger offen. Somit bin ich endlich wieder draußen, relativ nahe am Meer. Der Sand wird hier offensichtlich heller, siehe unten:

Die Temperaturen sind soweit okay, ca. 16 Grad und aktuell ein wenig Regen. Schauen wir mal, wie sich das die nächsten Tage so entwickelt. Auf jedenfall ist es nett, wieder das Rauschen des Meeres im Ohr zu haben und einfach “draußen” zu sein. Das war so ja auch mal der ursprüngliche Plan.

Gestern Abend habe ich mich dann noch ein wenig mit Carlos zusammengesetzt, ein kleines Feuerchen gemacht und mich bei Cerveza mit ihm unterhalten. Carlos ist hier so eine Art Dauerhausmeister. Er ist 32 Jahre alt, stammt aus Venezuela und ist vor ca. 1 1/2 Jahren raus aus Venezuela, zuerst nach Peru und mittlerweile hier in Chile. Carlos hat einen Bachelor oder Master in Business Administration und arbeitet jetzt auf einem Campingplatz als Hausmeister. Er hat mir Fotos von sich gezeigt. Vor den stärkeren Auswirkungen der Krise sah er eher aus wie ein “Carlos”, also relativ propper, während den Auswirkungen war er ziemlich runtergemagert, wir kennen solchen Fotos aus Deutschland aus den 40ern des letzten Jahrhunderts … und mittlerweile hier schaut er ganz normal aus. Er kann hier auf dem Platz wohnen und ist vorerst versorgt, arbeitet aber aktuell an Plänen, wie es für ihn wieder weitergehen kann. Zumal ihm hier sein aktueller Chef wohl auch relativ häufig klar macht, wer Chef ist und wer Ausländer.

Vorhin vor dem Regen hatte ich noch die Idee, mal ein Handtuch aufzuhängen. Die horizontale Lage durch den ziemlich motivierten Wind hat mich dann aber doch davon abgehalten, das da hängen zu lassen …

Soweit die Eindrücke. Schauen wir mal, wie das so weitergeht.