So langsam habe ich ja etwas Übung.
Der Panzer bekam natürlich neue Schlappen. Ich habe mich wieder für die Heidenau K60 Scout entschieden. Die hatte ich bereits in Chile und in Skandinavien drauf und – abgesehen vom Heulen des Vorderrads – keinerlei negative Erfahrungen gemacht. Bei der Gelgenheit wurde auch aus dem Panzer im Sinne des Wortes ein kleiner Sattelschlepper:

Die guten Daytona-Stiefel werden jetzt nach gut 60.000 km, 23 Ländern und über 12 Jahren vermutlich ihre Abschiedstour haben. Bereits in Skandinavien bei “leichtem Regen” ist mir nicht übersehbar aufgefallen, dass der rechte Stiefel nicht mehr so ganz dicht war. Ich hatte ihn auf der Tour an der Sohle geklebt. Die Sohle stand zwar nicht mehr ab, dicht war er aber dennoch nicht. Daher jetzt nochmal eine Ladung “Klebt und Dichtet”. Mal schauen, ob das funktioniert:

Schade um die Dinger. Da man in denen wirklich gut laufen kann, habe ich auch manchen Kilometer einfach in den Stiefeln zurück gelegt. Eine zweite Sohle gab es auch schon einmal. Aber warten wir mal die Tour ab. Vielleicht gibt es anschließend doch eine Verlängerung.
Ansonsten gibt es die üblichen Dinge für so eine Motorrad-Tour.
Haus:

Ganz oben im Bild (unter dem Handfeger – der ist wichtig!) gab es mal ein neues, wieder kleineres Zelt. Zwar finde ich mein Atacama von Redverz platztechnisch super – ein riesiger Schlafraum und davor ein relativ großer Raum, in dem man auch bei schlechtem Wetter “wohnen” kann, zudem nahezu Standhöhe – aber es ist packmaßtechnisch einfach zu groß und dauert im Aufbau zu lange. Grundsätzlich möchte ich auch das Camping-Thema deutlich reduzieren. In Skandinavien musste ich wetterbedingt regelmäßig auf feste Behausungen ausweichen und ich habe festgestellt, dass ich auf dieses ganze Zeltaufbau-, Zeltabbau- und Sich-über-die-anderen-wie-Schweine-aufführenden-Campingplatz-Bewohner-ärgern-Theater keine Lust mehr habe. Ganz auf die Option verzichten wollte ich aber nicht. Vielleicht ergibt sich ja sogar die Möglichkeit, irgendwo in der Wüste wild zu campen – sofern mir da kein Skorpion in meinen Stiefel krabelt …
Ganz begeistert bin ich von der Daunendecke links unten im Bild. Seinerzeit in Chile wurde es nachts im Zelt dann doch deutlich einstellig in den Temperaturen, selbst mit Klamotte im Schlafsack wurde das irgendwann unangenehm schmerzhaft. Später habe ich mir einfach eine Decke gemopst, mit der das Problem gelöst war. So eine normale Decke ist natürlich platztechnisch komplett untauglich für eine Motorradtour. Daher die Daunendecke, die komprimiert weniger Platz weg nimmt, als der Hüttenschlafsack, den ich zuvor als Ergänzung dabei hatte – und der absolut nichts bringt, außer zu nerven.
Von flauschiger Decke zum Packsack:

Top Teil – wenn auch nicht ganz günstig.
Küche:

Wie beim Zelt gab es auch beim Camping-Kocher ein kleines Downsizing. Zudem bin ich wieder auf Gas umgestiegen. Für Skandinavien hatte ich meinen Gasbrenner auf Benzinbetrieb umgebaut. Das hat grundsätzlich auch funktioniert. War aber bei dem ganzen Ruß doch eine ziemlich unpraktische Sauerei. Zudem musste ich den Brenner schon während der Tour von Ruß befreien, da er den Betrieb einstellte. Entweder war ich für den Betrieb zu doof – oder das ist bei Benzinbetrieb halt einfach so. Laut Anleitung solle man ja auch Benzin in der Apotheke kaufen, weil es sauberer sei. Genau, ich stelle auf Benzinbetrieb um, um keine Gasflaschen mehr mitführen und unterwegs kaufen zu müssen, um mir Benzin in hoher Qualität in Apotheken zu kaufen. Das ergibt richtig viel Sinn. Wie dem auch sei, zurück zu Gas:

Waschsalon:

Werkstatt:

Bei der Werkstatt gib es so ein paar Kandidaten, die irre schwer sind und die man eigentlich nicht brauchen wird. Aber das ist ja wie das so ist: Wenn man sie dabei hat, braucht man sie nicht. Wenn man sie nicht dabei hat, braucht man sie. Also nimmt man sie nur mit, damit man sie nicht braucht.
Irgendwie so.