Grundsätzlich stand Marokko schon im letzten Jahr für das Frühjahr auf dem Plan – oder war es der Herbst im Jahr davor? Zu lange her … Jedenfalls war auch schon die Investition in einen Reiseführer getätigt. Mit weiter anhaltender oder eher unklarer Corona-Thematik habe ich das dann aber doch erstmal wieder fallen gelassen. Mal war die Einreise möglich, dann wieder doch nicht. Zudem gab es etwas Krach zwischen Deutschland und Marokko wegen der Westsahara-Thematik.
Wer möchte schon in Tanger von der Fähre rollen … um wegen irgendeiner eventuell nicht erfüllten Formalie auf die nächste Fähre zurück auf die andere Seite des Mittelmeers warten zu müssen. Oder noch besser: Irgendwo im Süden von einem Wüsten-Sheriff einkassiert zu werden.
So wurde es im letzten Jahr dann doch Skandinavien. Nachdem Corona aber mittlerweile nicht mehr das Thema ist und Deutschland und Marokko sich wieder lieb haben, geht es jetzt doch nach Marokko.
Am Samstagmorgen geht es los Richtung Süden. Ich hatte erst überlegt, runter bis Algeciras in Spanien “hinter” Gibraltar zu fahren und von dort mit der Fähre direkt rüber nach Tanger zu setzen. Das hätte den Vorteil, dass ich keine Fähre buchen muss. Insgesamt sind das aber 2500 km um überhaupt “da” zu sein. Das kann man machen, mit etwas Zeitdruck im Hinterkopf macht das aber keinen Spaß. Und gleichzeitig geht bei solchen Entfernungen auch immer ein wenig der Gedanke an die Reifen, insbesondere, wenn man Strecke machen will, daher eher Autobahn benutzt und sich damit die Reifen plan fährt. Daher die Entscheidung, mit der Fähre von Sète nach Tanger Med zu fahren. Fast 49 Stunden (Zwischenstopp in Barcelona, vermutlich ohne Sightseeing …) und 3er-Kabine mit Meerblick – man gönnt sich ja sonst auch was.
Der Weg nach Sète führt mich dann leider ins Land meiner Lieblingsnachbarn. Ich habe die Karten studiert: Leider komme ich nicht drumherum, ich muss nach Frankreich. Da ich für die Strecke von ca. 1100 km drei Tage habe, werde ich mich – sofern das Wetter mitspielt – aber etwas abseits der mautigen Autobahn entlang der Grenze zur Schweiz bewegen.
Irgendwie so wird die Strecke aussehen:

Für Marokko selbst habe ich keinen festen Plan. Das werde ich wie immer mit einer groben Richtung und dann täglichen Zwischenplanung machen. Grob soll es erstmal Richtung Süden entlang der Küsten gehen. Ich werde am Mittwoch am frühen Abend ankommen. Am dann folgenden Freitagabend ist das Ende vom Ramadan, da wäre es vielleicht ganz interessant, in einer größeren Stadt zu sein. Aktuell schweben mir Rabat oder Casablanca vor. Danach dann weiter die Küste runte, auf Höhe Marrakesch ins Landesinnere, ein wenig durch den Atlas toben, dann zurück Richtung Küste nach Agadir und weiter runter. Anschließend nach Osten in die Wüste. Irgendwie so. Oder halt doch anders. Das wird sich zeigen.
Wetter sollte denke ich besser werden, als im letztes Jahr in Skandinavien:
