Gestern ging es dann wie schon angekündigt weiter. Wie zuvor führte die Strecke wieder ueber die Insel Euboia, bis zum kleinen Hafenort Agiokambos, um von dort via Faehre aufs Festland rüber zu setzen. Zuvor habe ich aber noch mein Navi ueberstimmt, das mich an der Ostkueste der Insel ueber eine extrem steile Straße nach Norden schicken wollte.
Insgesamt kann ich glaube ich mittlerweile sagen, dass es nahezu unmöglich ist, irgendwo durch Griechenland zu fahren, ohne dabei immer wieder landschaftlich schöne Ecken zu sehen. Gerade dieses fortwährende Wechselspiel aus Küste und Berge.
Eben noch fährt man irgendwo am Wasser entlang, um 15 Minuten später irgendwo durch einen Wald in den Bergen zu fahren oder durch ein kleines Bergdorf zu blubbern. Da kann weder Spanien, noch Italien oder Südfrankreich in dieser Masse mithalten.







Auf dem ersten Bild oben sieht man übrigens eine der vielen Brandschneisen, die immer wieder ueber Hügel oder richtige Berge gezogen sind.
Mit der Faehre dann rüber und weiter auf einen Platz östlich von Volos.





Die griechischen Gastarbeiter müssen seinerzeit in Deutschland einen richtigen Kulturschock bekommen haben. Diese extrem freundliche, entspannte (aber nicht faule) Kultur, gibt es bei uns wohl nicht. Ich habe auch den Eindruck (wobei es auch wirklich nur ein solcher sein kann), dass bei aller Entspanntheit, Schwätzchen hier und dort – mitunter auch mitten auf der Straße, wenn zwei Autofahrer sich entgegen kommen und sich eben mal 5 Minuten unterhalten (fährt man halt drum herum) – das, was man macht, auch mit einem gewissen Stolz und Anspruch tut. Während mir das in den anderen Ländern teilweise eher als Business bzw. Mittel zum Zweck vorkam, erscheint das hier doch häufiger als Selbstzweck, als Selbstverständnis. Vielleicht sind uns die Griechen da dann doch wieder deutlich ähnlicher, als man denkt. Die Sachen werden halt dem jeweiligen Standard entsprechend “vernünftig” gemacht und nicht nur “schnell, schnell, schnell”. Aber wie gesagt: das ist natürlich ein hoch subjektiver Eindruck.
Wie immer tolle Bilder und ein Text, vor allem der letzte Absatz, der mich zum nachdenken gebracht hat.
LG
JO