Der Plan heute: Olympia. Das müsste von diesem Platz aus ganz gut zu erreichen sein. Da heute Sonntag ist und morgen nationaler Feiertag in Griechenland, dürfte da ein wenig was los sein. Schauen wir mal.
Jetzt gerade ist jedenfalls die beste Zeit des Tages, Morgendaemmerung.

Besuch hatte ich schon von einem Hund – gerade zum zweiten Mal. Aber wenn er ums Zelt kommt und mich sieht, dreht er immer wieder ab. Nach dem Motto: Och Mann, du bist ja immer noch da. Dafür sitzt Kollege Katze ganz entspannt vor mir. Für Wasser aus meinem Kocher ist man sich offensichtlich etwas zu fein, regelmäßige Besuche gibt’s aber dennoch.
Kurz vor finalem Sonnenuntergang hab ich gestern vom Zelt aus nochmal was festgehalten, was natürlich “geteilt” wird.

Kollege Katze hat gerade irgendein Kleinviech vor meinem Zelt gefangen und gefuttert. Das hab ich direkt gelobt! Man möchte seine Hofraubtiere ja auch adäquat konditioniert wissen.
Ich werde die Katze Karl Doenitz taufen. Durch den Meeresbezug und die Tatsache, dass Katzen eh immer ihre eigene Agenda haben – man sich also in der grundsätzlichen Gesinnung nicht verromantisiert blenden lassen sollte, sowie hier und da vorbildliches Verhalten aufblitzt (Stichwort Kleinviech), erscheint mir das angemessen.

Als kleiner Beleg, dass ich da war. Fotos hab ich keine gemacht. Warum? Ganz ehrlich, das sieht ja fürchterlich aus da. Alles kaputt und total verfallen. Als hätte da seit ueber 1600 Jahren niemand mehr einen Finger gerührt, geschweige denn mal diese ganzen Trümmer aufgeräumt. Bud Spencer in “Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle” zitierend: “Hier ist ja alles im Arsch!”
Mir ist schon klar, dass Griechenland finanziell so ein paar Probleme hat, aber 12 Euro für eine Bauruine nach der anderen – so schlimm sah das ja nicht mal bei uns im Osten aus – das ist schon ziemlich frech.
Und dann stellen die vor diesem oder jenem Steinhaufen ein Schild auf, auf dem dann Dinge behauptet werden wie: hier war mal eine Turnhalle, oder dort haben mal Priester gewohnt. Ja nee, ist klar. Aber die Stories, die sich diese Touri-Führer ausdenken, sind am schärfsten. Immerhin haben dieses sich aber ganz gut abgesprochen. Was sie Deutschen, Franzosen und Amis erzählen, klingt doch auffallend ähnlich. Apropos Führer: Angeblich wurde die Tradition, das olympische Feuer für die heutigen Spiele dort vor Ort auf dem Truemmerplatz zu entfachen wo gestartet? Genau, die Braunen 1936 unter Adolf waren das. Die Daitschen mal wieder.
Aber wie auch immer. Mittlerweile wieder am Platz. Hier ist ein ganzes Rudel Spanier am Start, gefühlt 100 Familien mit entsprechend 300 Kindern. Da frage ich mich, warum Spanier aus Spanien nach Griechenland kommen, vor allem auch wie, mit dem Boot? Oder mit dem Auto? Das ist doch ein mega Weg. Zumal: Für einen so ignoranten Mitteleuropaeer wie mich könnte das hier auf den ersten Blick durchaus auch Spanien hier sein. Zumindest, wenn man z.B. nahe der Sierra Nevada unterwegs ist. Aber egal, lustige Bauern sind das.
Was machen Spanier zur Mittagssonne im Zenit? Olé, olé, ab an den Strand, endlich mal Sonne, olé!
Der olle Deutsche wäscht Wäsche.
Gerade nochmal am Strand lang gelaufen, es ist ca. halb sieben. Meine Fresse knallt die Sonne. Was bitte machen die hier im Hochsommer?
Ich hab mich sowieso schon immer gefragt, wie sich unter solchen klimatischen Bedingungen quasi Hochkulturen entwickeln konnten. Man denke auch mal an die Ägypter. Aber Spaetfruehling ist doch spätestens um 11 Uhr Schicht. Und bei der Dauerbesonnung kann ich man erst wieder ab 20 Uhr klar denken. Was haben wir da in unserem Ländle doch optimale Bedingungen …
Aber auch rein handwerkliche Arbeit. Hier am Nachmittag in einer Werkstatt stehen? Da stirbt man doch, ernsthaft. Puff, Hitzeschlag, Feierabend.
Zum Glück wird es im Süden etwas kühler. Klingt komisch, ist aber so.
“… und dann müssen wir noch nen Griff dranschrauben. Zum Wegschmeißen!” ?
“na komm her, sonst wird’s dunkel”
Karl Dönitz? Hä?! Lese ich richtig?!Karl Marx wäre ja gerade aktuell, aber besser vielleicht Karl May, I think Karl Dall wäre am stimmigsten. ?
Zur Bezeichnung der Katze, nicht zur Ehrung Doenitz’.