Mein gestriges Stadthotel war akustisch nicht gerade eine Perle, dafür hat die Klimaanlage tadellos funktioniert. So gut, dass ich heute morgen sogar etwas verpennt habe. Hier nochmal ein Blick von außen auf das Prachtstück:

Der Weg heute ging dann von Ouarzazate hoch nach Beni Mellal. Aus irgendeinem Grund wollten mich zwei meiner Navi-Möglichkeiten immer über die Route nach Norden schicken, die ich bereits über Marrakesch nach Ben Ait Haddou genommen habe. Nachdem ich die dann zu dem von mir gedachten Weg weiter östlich gezwungen habe, konnte es auch losgehen. Später wurde mir dann klar, was das Thema der Navis war. So sah die Route für heute aus:

Unterwegs konnte man nochmal gut das Sonnenwärmekraftwerk sehen:

Die Strahlen links und rechts kommen nicht von der Verzerrung der Kamera, die sieht man in der Realität noch deutlicher. Da reflektiert die staubige Luft etwas von den Sonnenstrahlen.
Unterwegs hat sich dann so langsam das etwas höhere Atlas-Gebirge angekündigt:

Bevor ich dann herausgefunden habe, warum mich zwei der Navis immer über eine andere Route schicken wollte, gab es nochmal ein paar Eindrücke von unterwegs. Im Grunde kann man vor allem im Atlas und Anti-Atlas eigentlich fortwährend Fotos machen. Da begegnet einem ein Panorama oder ein eindrückliches Bild nach dem anderen. Interessant auch, wie hier immer recht steil in den Stein / Boden für die Straßen geschnitten wird. Inwieweit das auch gewisse Downsides hat – inbesondere die Abwesenheit von Hangsicherung -, sieht man dann später nochmal.

Irgendwann wurde die Straße dann immer schlechter und war stellenweise nur noch eine Schotterpiste mit ein paar Straßenfetzen. Da habe ich mir schon gedacht, dass das wohl der Grund für die andere Wegführung der Navis war (war es aber noch nicht):

Auch auf dem relativ schlechten Stück gab es natürlich nette Eindrücke:

Nach dem Schild weiter oben (rückwärts fotografiert) begann dann eine gut ausgebaute Strecke. Da dachte ich mir, dass das Gröbste soweit überstanden war. Unterwegs zeigte sich dann aber das Thema Abhangsicherung. Immer wieder waren größere Teile auf die Straße gestürzt. Bei der Menge an Hangabstürzen habe ich dann auch geschaut, weder neben einem Hang für eine Pause zu parken und auch ansonsten eher in der Mitte der Straße zu fahren – breit genug war sie ja. Hier mal zwei Beispiele:

Tja, und dann war die Straße über viele Kilometer weitestgehend gar nicht mehr da, hier wurde wohl im großen Stil die Straße erneuert, immer mal wieder gab es ein paar Baustellenbereiche, in denen mit Bagger und Co der Berg bearbeitet wurde. Schotter hatte ich jedenfalls heute reichlich – und das stellenweise in recht luftigen Höhen:

An einer Stelle war dann erstmal Feierabend. Die Straße war durch einen Abbruch blockiert. Glück im Unglück: Genau an dieser Stelle war gerade eine Räumungsaktion im Gange und schon recht weit fortgeschritten:

So nett es war, dass der Fahrer in dem Radlader wohl – als er mich sah – mir den Weg frei machen wollte, so gefährlich nahe, ist er beim Rangieren dem Abhang gekommen. Man sieht das auf dem Foto nicht, weil da direkt die Hütte steht, aber direkt rechts von den Reifen des Radladers geht’ richtig schön runter. Dem zweiten Baumenschen vor Ort (nicht auf dem Foto) ist das wohl auch aufgefallen und er hat ihm dann hektisch gewunken. Zum Glück ist aber nichts passiert, der Radlader blieb oben und ich konnte dann meine Fahrt fortsetzen.
Unterwegs gab es dann noch ein paar reißende Fluten und da in der Nähe überraschend viel Grün zu bewundern:

Nach dem höchsten Punkt auf der Strecke wurde es dann wieder deutlich besser und die Landschaft auch deutlich grüner. Ich war nicht böse drum, für heute hatte ich genug Schotter, Schotterspitzkehren und alles was dazu gehört. Hier noch ein paar Eindrücke von der Nordseite ab dem höchsten Punkt:

Dann noch eine kleine, vertrauenserweckende Brücke:

Und schlussendlich bin ich in Beni Mellal bei meiner heutigen Unterkunft angekommen. Das ist eine kleine Hüttenanlage etwas außerhalb der Stadt:

Die Klima kämpft auch hier ganz tapfer! Die erste Hütte habe ich getauscht, da dort die Klima heute durchgebrannt ist. Bei der Wärme kann ich das gut verstehen …
Und dann habe ich mich noch zum Abschluss des Tages wie ein Maikäfer mit dem Panzer auf die Seite gerollt:

Der Weg da auf dem Foto ist deutlich höher als das Gras links und rechts davon. Blöd, dass ich das nicht gesehen habe, nicht steil genug vom Gras rechts des Weges auf den Weg wollte, der Vorderreifen schon auf dem Weg war, der Hinterreifen aber nicht wollte und mein Tritt nach rechts dann ins Leere ging. Ein paar Schrammen gehören ja zum guten Ton, ansonsten ist nichts passiert. Jetzt parkt der Panzer wieder weiter unten auf dem Parkplatz 😉
Morgen geht es von hier vermutlich nach Casablanca, aber das werde ich mir bis morgen nochmal überlegen. Die Fähre von Tanger Med nach Sète habe ich jedenfalls schon storniert, ich werde dann von Tanger Med in den nächsten Tagen rüber nach Spanien setzen. Ob es von da dann straight Richtung Heimat geht oder ich vielleicht dort noch etwas mehr Etappen mache, werde ich mir noch überlegen.
Der heutige Tag war auf jedenfall ziemlich gut, wenn auch sehr anstregend. Und es war ein gutes Schotter-Berg-Training.
Und damit bin ich erstmal wieder raus!