Heute ging es nochmal die Küste entlang Richtung Süden, von El Jadida über Safi nach Essaouira. Irgendwas haben die in El Jadida mit den Pferden, das war dort an vielen Stellen Programm. So richtig was rausfinden konnte ich aber nicht. Das Hotel hatte jedenfalls auch eines im Hof stehen:

Der Start hinter El Jadida war relativ “düster”. Es ging ziemlich zügig in ein Industriegebiet, das so in der Form in Deutschland oder sagen wir der EU sicherlich nicht zulässig wäre. Da hingen Rauchschwaden in der Luft, ich habe kurzzeitig überlegt, anzuhalten und mir eine FFP2 Maske aufzusetzen – wobei ich auch spontan gar nicht weiß, inwieweit die bei Gasen etwas nützen. Hier mal ein Bild – nee, das ist kein Nebel:

Weiter Richtung Safi ging es dann eigentlich, wobei Safi ja wohl das absolute Industriezentrum in Marokko ist, ich meine Phosphat wäre hier eine wichtige Sache. Die Straße wurde jedenfalls vor Safi richtig nett, davor eher wieder viele gerade Stücke und ab und zu ein Kreisel.
Bevor ich das vergesse: Ebenfalls bereits zum Start sind mir die Feierlichkeiten rund um das “Zuckerfest” bzw. das Ende des Ramadans aufgefallen. Ich kam zu Beginn vor lauter zu Moscheen wandernden Menschenmassen kaum aus El Jadida raus. In einem anderen Ort weiter südlich musste ich dann erstmal anhalten und das Motorrad abstellen. Da kam mir eine ganze Menschenschar wie ein großer Umzug entgegen, der die komplette Straße einnahm.
Zurück zum netten Stück Richtung Safi, hier ein paar Eindrücke von unterwegs:


Das letzte Foto in der Reihe müsste Safi selbst sein. In Safi habe ich dann eine kleine Pause eingelegt. Auch hier das übliche Bild mit einem Hunderudel und nochmal etwas Panorama.

Weiter südlich Richtung Essaouira wurde das Ambiente dann irgendwie Südspanisch:

Und dann hatte ich noch Gelegenheit, einen Esel festzuhalten. Esel, sowie Pferde oder Kühe stehen hier häufiger mal an der Straße rum. Die sind dann in der Regel an einem Fuß irgendwo angebunden oder haben die Vorderfüße etwas zusammengebunden – wie die Schwerkriminellen beim Gefangenentransport in den US-Filmen. Nur eine Kuh heute nicht, die war eigentlich frei, wollte sich aber doch aus irgendeinem Grund vor mir in den Tod stürzen, oder mich umhauen … oder es war ihr einfach nur egal. Ich tippe auf Letzteres. Aber eine Vollbremsung hat Schlimmeres verhindert. Dann krabbelte noch eine Schildkröte über die Straße, die aber so fix war, dass ich sie fototechnisch nicht mehr erwischt habe.
Last but not least kam mir auch noch ein Elch vor die Kamera:

Ich glaube, der lief da irgendwie frei rum. Als ich mir diesen hier nämlich so anschaute, kam ein zweiter, größerer von den Elchen aus den Büschen gelaufen und schien mir doch ziemlich reges Interesse an mir zu haben. Und da ich keine Ahnung habe, wie Elche so auf Motorräder reagieren habe ich mich dann doch wieder verdrückt. Nachher schmeißt der mir den Karren um …
In Essaouira habe ich dann erstmal mein Zimmer bezogen. Also ich dachte, das sei ein Zimmer. Ist dann aber doch eine Wohnung geworden. Mit Meerblick. Das kann man definitiv so machen:

Während ich hier so sitze, habe ich alle Fenster und die Balkontüren im Schlafzimmer und in der Küche auf, das Meer rauscht und hier zieht ein schönes Lüftchen durch. Ausgesprochen angenehm. So lasse ich mir das gefallen – und da kommt wirklich kein Zelt mit. Insbesondere bei der Sonne, die wirklich richtig brennt.
Um mich hier nicht lumpen zu lassen, bin ich auch hier in die Medina gelaufen. Verglichen mit der Medina in Rabat und El Jadida gefällt mir diese hier weitaus am besten. Es ist richtig spannend, wenn man sich vorstellt, wie hier in diesen engen Gassen überall im 18. Jahrhundert das Leben ablief. Der schmale Gang entlang der Außenmauer, die stellenweise dunklen weil überdachten Zwischengänge, da lief mit Sicherheit so mancher Deal ab … Hier mal einige Impressionen:

Etwas genervt haben nur die “hey my friend”-Kollegen, aber das lässt sich bei solchen Touri-Magneten wohl nicht vermeiden. Anschließend noch eine Runde durch den direkt an der Medina liegenden Hafen:

Ob das Prinzip bei den drei Bötchen unten wohl wie bei den russischen Puppen ist?

Und hier noch ein marokkonesischer Lastesel, der wohl zum Abrosten im Hafen geparkt wurde:

Gestärkt von dieser Wanderung bin ich dann auf Information des Hotelbetreibers nochmal zum Carrefour gelaufen, der bei meiner Anreise geschlosse hatte. “nene, der macht heute Nachmittag wieder auf”. Ja schade, macht er nicht. Aber das waren auch nur knapp 3,5km Fußweg.
Hier noch ein paar wenige Impressionen von meinem Fußweg zum Feierabend. Insgesamt war die Stadt – abgesehen von der Küstenlinie – komplett wie ausgestorben. Ob das am Ende vom Ramadan liegt und alle mit Fresskoma im Bett schlafen oder ob ein vernünftiger Marokkaner zur Nachmittagssonne nicht großartig durch die Gegend läuft? Ich habe keine Ahnung, es war jedenfalls fast niemand zu sehen:

Jetzt ist hier jedenfalls Feierabend. Momentan überlege ich noch, ob ich Brot von vorgestern esse oder mir doch irgendwo draußen was zu essen organisiere. Mal schauen.
Morgen wird es jedenfalls ins Landesinnere gehen. Über Marrakesch in den Atlas. Wie weit, muss ich mir noch überlegen. Marrakesch selbst reizt mich jedenfalls nicht, große Städte sind nichts für eine Motorradreise. Aber das zeigt sich dann alles morgen.
Soweit, ich bin wieder mal raus hier!