Gestern Abend gab es noch eine erfreuliche Kleinigkeit, die ich nicht mehr festgehalten habe. Auf einer meiner vorherigen Reisen ist mir mal das Duschgel in der ganzen Kulturtasche ausgelaufen. Das hieß: Alles rausnehmen, abwaschen und zum trocknen wegstellen. Ebenso die Kulturtasche einmal komplett durchwaschen, zum trocknen aufhängen und hoffen, dass es zeitig trocken wird. Wenn man das Zeug erstmal dadrin schmieren hat, hat man nämlich auf der weiteren Tour seinen Spaß daran. Seitdem packe ich sowas immer extra in einen Beutel. Dieses Mal aber warum auch immer nicht. Tja und was ist passiert? Das Duschgel ist ausgelaufen. Das hieß: Alles rausnehmen, abwaschen … und dann so weiter wie oben. Das hat mich dann gestern Abend noch etwas beschäftigt. Glücklicherweise war die Tasche aber heute Morgen schon wieder trocken.

Heute Morgen habe ich dann beim Thema Kaffee etwas improvisiert, da es auf dem Zimmer keinen Wasserkocher gab – Den mir später mitgeteilten Automaten habe ich wohl irgendwie übersehen, damit hätte ich mich vermutlich auch zufrieden gegeben. Aber da man ja alles dabei hat, habe ich dann im Bad meinen eigenen Wasserkocher aufgestellt:

Das ermöglichte mir dann ein wenig Hafenromandig mit dem guten Instantkaffee. Auf grünen Tee habe ich ob der Zeit mal verzichtet.

Die Sonne hat sich auch irgendwann gezeigt und ich habe dann zugesehen, dass ich so langsam los komme.

Zuerst ging es Richtung Tanger. Dort wollte ich zu einem Einkaufszentrum, um mich mit einer SIM-Karte von Marokko Telekom (soll die beste Abdeckung haben) und etwas Proviant, vor allem Wasser und Brot einzudecken. Auf dem Weg dahin bin ich eine ganz nette Küstenstraße gefahren und habe unterwegs auch noch direkt getankt:

Unterwegs sind mir dann schon relativ viele Hunde aufgefallen, vom Feeling her ein wenig wie in Spanien bzw. noch mehr in Chile. Die Straße war super, nur die Geschwindigkeitsregelung habe ich noch nicht so wirklich kapiert. Wenn ich mich an den anderen Autos etwas orientiert habe, war ich regelmäßig zu schnell oder zu langsam. Die Werte im Navi scheinen sowieso nicht zu stimmen. Geblitzt wird auch, aber das wird – soweit ich das mitbekommen habe – immer angekündigt und ist dann eigentlich nicht zu übersehen.
Irgendwann kam dann auch Tanger in Sicht (an der Küste entlang waren das irgendwas um die 40-50 km.).

In Tanger ging es dann in das Einkaufszentrum. Geöffnet hatte aber nur der Supermarkt, alle anderen Geschäfte waren noch geschlossen. Offensichtlich machen die erst um 10 bis 10:30 Uhr auf. Also ein bißchen Proviant organisiert und mir eine Cola gekauft. Die Cola-Dose habe ich dann direkt draußen auf dem Parkplatz kaputt gemacht. Wie das passiert ist, hab ich auch nicht so richtig kapiert. Da ich aber keine Lust hatte, auf 10 bis 10:30 Uhr zu warten (ich war so ca. 9 Uhr da), bin ich dann weiter die Küste entlang gefahren.
In Larache wollte ich nochmal nach einem Supermarkt bzw. einer Möglichkeit für eine SIM-Karte schauen und mir einen Leuchtturm anschauen, den ich auf der Karte gefunden habe. Netterweise bin ich auf dem Weg raus aus Tanger an einem Marokko Telekom Laden vorbei gekommen – man muss halt einfach die Augen aufhalten. SIM-Karte organisiert, leider kann man da aber kein Guthaben aufladen. Also weiter mit SIM-Karte und ohne Internet nach Larache. In Larache selbst habe ich keinen Supermarkt finden können, der mir “bekannt” vorkam. Der Leuchtturm war irgendwie nicht erreichbar, dafür stand ich dann in einem offensichtlich ziemlich sozial schwachem Viertel. Wenn ich das richtig gesehen habe, bin ich sogar an einem Gefängis vorbei gefahren. Aber immerhin gab es eine Gelegenheit für einen ganz netten Schnappschuss:

Da durch die verschiedenen Stops schon etwas Zeit verbaselt war, bin ich dann straight runter nach Rabat. Dort hatte ich mir noch am Morgen im Hotel ein Appartment direkt außerhalb der Medina gebucht. Unterwegs nach Rabat ging es dann weitestgehend über die Autobahn. Auf der Strecke Tanger – Rabat gab es zahlreiche Polizeikontrollen / Checkpoints. Wobei ich aber bis jetzt an keinem angehalten wurde. In Rabat selbst dann nochmal zu einem Supermarkt, um nochmal nach einer SIM-Karte zu suchen. Ich sollte mich ja vor Ankunft am Appartment melden, damit mir jemand die Hauptür öffnen kann, hinter der ich dann an die Schlüssel für die verschiedenen Türen komme. Tja, ohne Internet ist das schwierig 😉
Aber wie der Zufall das so will, als ich an der nächsten Straßenecke von besagtem Supermarkt den Panzer abgestellt habe und auf dem Weg dahin war, bin ich an so einem Telefonladen vorbei gelaufen. Da gab es dann die Aufladungen für die SIM-Karte. Im Supermarkt dann nur noch eine Coke Zero. Von da dann ab zum Appartment.
Der Fahrstil insbesondere in Rabat selbst ist schon ganz spannend. Man könnte auch sagen: Die fahren wie die Bekloppten. Erinnert mich an Frankreich, wo man sich bei viel Verkehr ja auch in die Kreisel hineinschiebt und sich einfach dadurch, dass man jetzt halt da ist, die Vorfahrt erarbeitet … Begleitet wird das alles natürlich von viel Gehupe, wie sich das so gehört. Aber mit etwas Anpassung klappt das eigentlich ganz gut. Man muss halt selber mitschieben!
Das Appartment selbst, wie gesagt mitten in der Stadt, ist wieder einmal für meine Verhältnisse viel zu groß:

Ein Schlaf-/Wohnzimmer, ein weiteres Schlafzimmer, zwei Badezimmer, Küche und einen recht großen Flur/Essbereich und natürlich einen ganz wunderschönen Innenhof. Netterweise gibt es auch eine Waschmaschine, die ich direkt genutzt habe.
Anschließend ging es noch etwas durch die Medina und den Souk, Letzterer so eine Art Einkaufsstraße/Markt und die direkt angeschlossene Kasbah. In dem Souk kann man neben überflüssigem Krempel auch Dinge des täglichen Lebens kaufen, kleine Kioske oder Mini-Märkte die je nach Ausrichtung verschiedene Dinge verkaufen. Wenn man also noch Wasser, Brot – oder Duschgel – braucht, wird man da fündig. Dazu gibt’s natürlich noch verschiedene Fress-Buden, wobei ich mich das heute noch nicht “getraut” habe.
Hier nochmal ein paar Eindrücke von unterwegs, vor allem aus der Kasbah, weil es da leerer war. In dem Souk mit den vielen Leuten wollte ich keine Fotos machen:

Was unterwegs die Hunde waren, sind in den Städten offensichtlich die Katzen. Die stromern da ziemlich zahlreich herum … oder schlafen halt:

Am Ende der Kasbah gab es dann noch so eine kleine Aussichtsfläche:

Oh, 19 Uhr: Die islamischen Glocken legen los. Noch gut 1 1/2 Stunden, dann darf wieder gegessen werden.
Wie dem auch sei, als alter Religionsverächter gibt es jetzt bei mir Abendessen.
Morgen geht es vermutlich weiter bis El Jadida. Casablanca schenke ich mir. Dagegen ist Rabat ja klein und die Kurverei hier hat mir schon gereicht. Große Städte mit Moped, dann noch bei Sonne, warum und in einer muckeligen Motorradkombi, das ist nichts.
So, auf zum Futtern!