Hier steht jetzt gleich die Abfahrt an. Da ich vermutlich unterwegs kein Internet habe und in Marokko erstmal nach Sim Karten schauen muss, wird es vermutlich bis spätestens Donnerstag eine Pause geben.
Fotos von heute und den kommenden Tagen gibt es auch erst dann. Mein Laptop ist noch nicht ausgepackt und ich stehe gerade mit dem Telefon auf dem Deck. Leider funktioniert die App nur sehr eingeschränkt.
Details dann in ein paar Tagen. Jetzt gibt’s erstmal ne kleine Bootsfahrt!
Update: Nachdem wir jetzt erstmal im Hafen von Barcelona ankern, gibt es momentan doch eine halbwegs stabile Internetverbindung. Daher mal ein paar Eindrücke von gestern und heute Morgen.
In der Nacht wurde es dann doch recht schattig, mit der Sonne wurde es aber ratz fatz angenehm:

Von meiner kleinen Hütte südwestlich von Sète ging es gestern Morgen ganz gemütlich Richtung Sète. Auf dem Weg bin ich ein paar Schleichwege gefahren und stand irgendwann mehr oder weniger mitten in einem kleinen Freizeitpark. Auf dem weiteren Weg bin ich dann an einem weiteren sowie mehreren Kartbahnen vorbei gekommen. Leider alle zu – schade, Zeit hätte ich ja gehabt. Die Strecke ging entlang dieser kleinen Landverbindung vor der Bucht.
In Sète selbst bin ich dann hoch auf den Mont Saint-Clair. Mein Navi führt mich ja gerne durch ganz besondere Wege, das kenne ich bereits von früher. Das war stellenweise steil, da wäre (bergauf) Anhalten eine ganz schlechte Idee gewesen. Aber ich war zeitig unterwegs, kein wirklicher Gegenverkehr. Fotos konnte ich leider nicht machen, die Sache mit dem Anhalten …
Von oben gab es dann aber eine schöne Aussicht auf Sète und den Hafen.

Auf dem ersten Foto oben sieht man auch mein Boot. Hier nochmal mit etwas Zoom:

Aus der Ferne sieht der alte Kutter ja noch ganz nett aus …
Dann wieder runter, etwas durch Sète und zu einem kleinen Leuchtturm:

Hinter dem Leuchtturm sieht man schon den Kutter, ein wenig Farbe kann das Teil wohl gebrauchen:

Da man halt auch etwas Glück haben muss, habe ich direkt an einer Stelle gestanden, an der noch kleinere Boote ins Wasser gelassen werden. Man achte auf das professionelle zu-Wasser-Lassen auf dem letzten Foto unten:

Sie haben es dann am Ende doch noch geschafft. Und da man nichts weiter hörte, ging das wohl auch ohne Kratzer über die Bühne …
Ansonsten natürlich Hafen und weitere Boote:

Noch etwas Verpflegung beim Lidl besorgt und bei McDoof eine Cola geschlürft und dann ging es zum Hafen. Ich hatte mir gedacht, dass es gegebenenfalls sinnvoll sein könnte, zeitig dort zu sein. Vielleicht kann man ja schon aufs Schiff, statt doof rumzustehen. Konnte man nicht. Also stand ich doof rum. Von ca. halb zwei bis fünf Uhr. Ich glaube, ich habe mir einen Sonnebrand auf den Händen (!) geholt. Das muss ich mal in den nächsten Tagen beobachten. Gestern Abend noch ne ordentliche Ladung Pepanthen drauf geschmiert (und auf die Ohren und auf den Nacken). Die Sonne war kräftig … zum Glück hatte ich immerhin eine Mütze auf.
Wie dem auch sei, über die Zeit füllte sich so langsam der Platz:

Viele Franzosen, ein paar wenige Schweizer und Deutsche. Hinten auf dem gleichen Foto sieht man schon die ganzen Transporter (mit den Ladungen auf dem Dach) der marokkanischen Import-Export-Spezialisten.
Einen weiteren Spezialisten gab es mit einem alten Wohnmobil (vermute ebenso Import-Export-Thema). Einige Zeit vorher war er auf der Suche nach Werkzeug, weil der Karren nicht ansprang. Die letzten 300 km hat er wohl nach einer Starthilfe zurück gelegt, ohne den Wagen auszustellen. Jetzt ging er wieder nicht mehr an. Halbwegs vernünftig vorbereitet bekam er Werkzeug von mir und hat an der Batterie rumgeschraubt. Werkzeug hat funktioniert, Auto aber immer noch nicht. Er hat sich dann jemanden organisiert, der ihm zum Boarding wieder Starthilfe gibt. Das hat gut eine viertel Stunde gedauert – aus irgendeinem Grund hielt er es für sinnvoll, den Wagen mit eingelegtem Gang bzw. ohne Kupplung zu treten starten zu wollen, Satz nach vorne und beinahe in die Motorräder vor ihm rein. Da waren plötzlich alle wieder wach! Schlussendlich hat es aber geklappt, hier noch eine kurze Impression, nachdem die Operation erfolgreich abgeschlossen wurde und alles bester Laune war (Wohnmobil rechts, links der Franzosenbulli als Starthilfe, dabei der rest des Pulks, der – wie das häufig so ist – mit ganz vielen fachmännischen Ratschlägen unterstützt hat):

Nur mal so ein Gedanke am Rande: Ich frage mich, wie er das nicht von alleine startende Wohnmobil wieder von der Fähre bekommen möchte … aber ich muss ja auch nicht alles wissen.
Irgendwann ging dann das Boarding los. Ganz spannend waren die stellenweise hoch beladenen, angesprochenen Transporter:

Irgendwann waren auch die Mopeds dran, wobei das Prozedere doch ziemlich zäh war:

Schlussendlich sind wir dann aber doch zu meiner Überraschung ziemlich pünktlich um 20 Uhr losgekommen:

Und ein wenig Sonnenuntergang gab es auch noch:

Meine Koje – als mehr würde ich das fairerweise nicht bezeichnen – für die Nacht wurde mir dann von einem dem Klischee entsprechendem Crew-Mitglied aus Südostasien gezeigt – der flitzte so schnell mit zwei meiner Taschen weg, da kam ich kaum hinterher …
Hier das Prachtexemplar:

Aber: Das Bett ist deutlich besser, als es auf den ersten Blick aussieht. Etwas blöd ist nur, dass meine Toilette kein Wasser hat … da man von der Größe des Bades aber auf der Toilette sitzend duschen könnte, habe ich mir erstmal mit Duschwasser ausgeholfen. Das Thema habe ich vorhin angemerkt und es gab (während ich hier schreibe) ein paar Geräusche im Bad, vielleicht wurde das schon gefixt. Bei aller Lästerei: So einen kleinen Bunker für sich zu haben ist aber schon ganz nett. Platz, ein eigener Lokus (so er denn jetzt funktioniert), Strom, ein verünftiges Bett und in der Nacht sogar angenehm kühl. Auf meiner Fahrt von Griechenland zurück nach Italien (bis Venedig) hatte ich ja mal ohne Kabine gebucht, das ist nichts …
Ach, und wo ich ihn gerade wieder höre: Neben mir wohnt ein professioneller Raucher oder Bergarbeiter … aber dafür gibt es ja Ohrstöpsel.
Heute Morgen ging es wieder relativ zeitig raus. Sehr nett: die Bar am (leeren) Pool ist durchgehend geöffnet. Der Kaffee ist teuer und mengentechnisch winzig, dafür ziemlich lecker. So bin ich dann heute morgen regelmäßig zur Bar, habe mir einen neuen Kaffee besorgt und dann etwas über das Deck gelaufen.
Hier hat doch glatt jemand eine Rettungsinsel gemopst:

Und recht hart finde ich diese Kuhtränge für Hunde (und Katzen?!):

Da sagt doch spätestens ne Katze: Geht’s noch? Aber der Gedanke zählt ja …
Barcelona kam dann so langsam in Reichweite:

Und mithilfe eines Lotsen ging es dann in den Hafen:
So ankern wir hier jetzt und warten darauf, dass es weiter Richtung Marokko geht. Laut Wetterbericht dürfte es unten in der Ecke Spanien-Marokko etwas windiger werden. Da hätte ich ja Lust drauf (ohne Ironie). Wie damals in Schottland, wenn man eigentlich die Treppe runtergeht, aber man das Gefühl hat, dass einem die Treppe entgegen kommt …
So, aber nach besagtem Kaffee schaue ich doch mal, ob die Toilette wieder funktioniert …
Ob es unterwegs nochmal ein Update gibt, kann ich noch nicht sagen. Spätestens dann irgendwann in Marokko.
„Wie damals in Schottland“ ❤️ ja, das hat schön geschaukelt … eine Freude war das (hier mit bisschen Ironie) ^^