6 Länder in 5 Tagen, kann man machen, und zwar so:
Von meinem Platz in Finnland bin ich runter an die Grenze zwischen Schweden und Finnland am Bottenmeer:

Dort habe ich mich mit einem Kumpel getroffen, der mit einem mistneu umgebauten Transporter selbst Richtung Nordkapp (und dann im Winter nach Südeuropa) unterwegs ist. Die Fahrt runter war nett, das Wetter super: 14-15 Grad und Sonnenschein. Nur die Straßen in Finnland sind in der Regel etwas langweilig. Gerade im Norden wirken die wie mit einem Lineal gezogen, gefolgt von einem kurzen Knick und dann wieder wie mit einem Lineal gezogen. Fahrspaß kommt da nicht wirklich auf. Aber wie gesagt, das Wetter war super:

Der Platz selber lag ein einem Fluss, der die Grenze zwischen Schweden und Finnland markiert hat. Auch sehenswert, wobei das Wetter auch da ziemlich gut war:

Das Fischen auf diesen Stegen, die in den Fluss hineinreichen, scheint hier so eine Art Tradition zu sein. Diese Stege habe ich später auch noch einige Male auf anderen Flüssen gesehen. Die Nacht auf dem Platz war gleichzeitig die kälteste, die ich bisher hatte. Zum Glück hatte ich mir noch eine super Techno-Daunendecke besorgt, die direkt zum Einsatz kam. Zum vermutlich einzigen Einsatz auf meiner Reise … aber egal, hat sich ja gelohnt! Hätte ich die mal damals in Chile schon gehabt …
Und hier noch der Benzinbrenner in Aktion am nächsten Morgen (neben dem angesprochenen umgebauten Transporter):

Von dem Platz ging es dann weiter Richtung Süden nach Vaasa. Die Straßen blieben ähnlich langweilig, der Platz selber war auch so lala. Grundsätzlich in Ordnung, aber auch da wurde ich wieder von einer Horde Mücken und anderem Fliegenzeug überfallen. Hier ein Blick von dem kleinen Strand auf die gegenüber liegende Industrieanlage … hmm, romandisch …

Anschließend ging es weiter straight nach Helsinki, um von dort noch eine Fähre rüber nach Tallinn zu nehmen. Da auch mich dann doch der Sommer eingeholt hat, habe ich am Hafen auf einen Schattenplatz in der Warteschlange vor der Fähre gehofft. Gehofft, erhalten, in der Motorradwarteschlage auf Platz 1:

Da in der Sonne warten alle anderen: 
Etwas später kam dann noch ein kleiner Motorradtransporter dazu:

Kann man so machen … muss man aber natürlich auch nicht. Die beiden Italiener waren jedenfalls sehr nett, wobei wir uns mangels Englisch dann etwas auf Französisch ausgetauscht haben.
Die Fähre ging zeitig ab und wir hatten einen kleinen zusätzlichen Passagier an Bord:

Und der ließ sich auch wirklich bis auf die andere Seite fahren:

Bei Tallinn hatte ich dann wieder ein kleines Gartenhaus für mich. Da war dann wirklich der Sommer angekommen. Knapp um die dreißig Grad und die Holzhütte schön in der Sonne:

Ich saß kaum vor der Hütte, da hatte ich schon Besuch:

Als der Besuch dann einen Anpfiff bekommen hat, weil er in mein Haus wollte, hat er sich getrollt und ist in den Ländereien jagen gegangen.
Auf dem Platz war auch noch eine Herrengemeinschaft Rumänen in der Küche (frei nutzbare Küchen gibt es ja häufig) am arbeiten. Da wurde gefühlt ein halbes Tier (was auch immer das war) zerlegt und Stück für Stück in der Pfanne gebraten. Zumindest waren die nach 3 Stunden Braten immer noch nicht fertig … dazu 30 oder 40 Eier. Als ich mir Wasser aus dem Hahn holte, klopfte der Bratmeister sich stolz auf seinen opulenten Bauch und bemerkte selbstbewusst: Er sei Rumäne, Rumänen brauchen Fleisch! Läuft 😉
Von Talinn ging es dann gestern weiter nach Lettland an den Strand. Zumindest war das der Plan. Strand gab es:

Aber der Platz selber – wenn auch mit Potential – konnte nicht so wirklich viel. Das lag neben ein paar Platzeigenheiten selbst aber vor allem an den Gästen und/oder der mangelnden Reinigung. Da hilft es auch nicht, wenn die WCs und Duschen selbst relativ neu sind … aber lassen wir das. Heute morgen ging es jedenfalls weiter.
Der Plan war zuerst, an der Grenze zwischen Polen und Litauen eine Übernachtung einzulegen. Da ich heute aber relativ zeitig losgekommen bin … siehe hier:

… habe ich mir gedacht, dass ich noch ein Stück weiter fahre. Jetzt bin ich etwas südlich von Danzig gelandet. Insgesamt waren das fast 800 Kilometer. Das ist dann schon grenzwertig:

Vor allem der Verkehr in Polen ist anstrengend, auch wenn die Straßen ansich Spaß machen – so denn nicht so viel Verkehr ist. Hier wird an allen möglichen Stellen ausgebaut, 2-spurige Schnell- oder Autobahnen. Kapazitätstechnisch scheint das hier an der Grenze zu sein. Mitunter gab es unterwegs Staus, weil einfach zuviel Verkehr auf der einen Spur war.
Vom Eindruck her aber bisher ziemlich nett. Hier ein paar Dörfer, da ein paar kleine Städte an irgendwelchen Seen mit kleinen Häfen, das macht schon was her.
Manchmal könnte das natürlich auch einfach eine Szene aus dem Lipperland sein:

Hier unten auf dem Foto ein ganzes Rudel Störche. So einen Mengenauflauf habe ich unterwegs an verschiedenen Stellen gesehen.

An dem Stau unten war dann mal nicht der Verkehr Schuld. Hier hat sich ein LKW mit der Höhe der Brücke vertan bzw. beinahe vertan. Vorne im Bild die weiße Zugmaschine mit dem blauen Auflieger. In der Szene unten versucht er gerade, den Karren rückwärts in die Pampa zu setzen, um dann irgendwie zu drehen und zurück zu fahren. Das sah mir alles insgesamt so professionell aus (der hängt jetzt vermutlich immernoch da in den Büschen), dass ich direkt nach diesem Foto auf den Bock gestiegen und an der ganzen Meute vorbei gefahren bin. Das Schöne daran: Anschließend hatte ich erst einmal freie Fahrt!

Jetzt bin ich hier in einem netten Hotel und überlege mir, was ich morgen mache. Vielleicht suche ich mir was Nettes für eine Nacht direkt bei Danzig. Schauen wir mal.