Ich ziehe den Abschluss der kleinen Reise mal etwas vor – der Abflug ist ja erst morgen. Da ich mich aber kenne, weiß ich, dass ich bei Ankunft in Deutschland dazu gar keine Lust mehr habe. Daher jetzt im Hotel, während ich noch etwas Zeit habe.
Insgesamt war der Ablauf ja im Abgleich mit den Erwartungen unter Normalbedingungen etwas enttäuschend. Vom wirklichen Leben in Chile (oder gar weiteren Ländern) konnte ich wenig mitbekommen, da das eigentliche öffentliche Leben ja bereits kurz nach meiner Ankunft runtergefahren wurde. Keine Restaurants, Bars oder sonstige Möglichkeiten, ein wenig mehr unter die Leute zu kommen. Eindrücke konnte ich natürlich dennoch einsammeln.
Als oller Ostwestfale kann man sagen: Das ist hier wie in Südspanien, nur ein wenig anders. Gerade weiter südlich, wenn die Wälder beginnen, würde man sich als Deutscher sicherlich problemlos wohl fühlen – bei dauerhafter Bleibe dann aber mit etwas Abstand zu irgendwelchen Nachbarn (aufgrund der üblichen Mindestlautstärke bei irgendwelchen Gesprächen oder der doch reicht einfältigen Musik …), wobei das aufgrund der Grundstücksgrößen im ländlichen Bereich (also fast überall) kein Problem sein sollte.
Gerade bei den Lebensmitteln merkt man die deutschen Einwanderer. In den größeren Supermärkten, insbesondere in der Jumbo-Kette, findet man “richtiges Brot” (auch lokal gebacken und nicht importiert) und “richtige Wurstprodukte” – ne ordentliche Fleischwust genauso, wie eine vernünftige Teewurst. Nur der Wurstebrei ist mir nicht über den Weg gelaufen – aber ich vermute mal, das ist selbst mit deutscher Einwanderungsprägung einfach zu hartes Zeug. Dazu Salzgurken, den guten Hela-Ketchup oder auch richtige Marmelade sowie Mayo, die nicht mit Wasser gestreckt ist. Sogar das gute alte Malzbier kann man hier finden.
Wer mal ein wenig in Südeuropa unterwegs war, wird denke ich keinerlei Probleme haben, sich auch hier zurecht zu finden. Auch die wild umher laufenden Hunde fügen sich ganz gut in das Bild. Nur wird es hier nachts kühler als am Mittelmeer – was ja durchaus angenehm ist. Wenn man sich dann noch eine Zentralheizung einbaut und das Eigenheim mit richtigen Fenstern ausstattet, dann kommt die weitere Nachbarschaft aus dem Staunen bestimmt nicht mehr raus 😉
Auf der Fahrt runter nach San Antonio gestern ist mir nochmal aufgefallen, warum ich eigentlich hier war: Kilometer fressen und dabei die Landschaft anschauen. Der Abschluss mit dieser kleinen Fahrt (ca. 450km) war aber nochmal ganz schön, da gleich wieder die Lust auf mehr geweckt wurde. Ein paar Ziele sind bereits im Kopf, die einen näher, die anderen weiter weg, schauen wir mal. Erstmal muss ich wieder etwas Geld verdienen. Normales Leben und so.
Ob es nochmal nach Südamerika geht, wird wohl vor allem von der weiteren gesundheitlichen Entwicklung abhängen. Davor gibt es besagte andere Ziele. Daher wie immer:
Wir werden sehen.