So langsam bastel ich an meiner weitere Planung nach Norden. Die jetzt kommende längere Strecke rund um Santiago wird etwas kniffeliger werden, da ja im Großraum Santiago auch Quarantäne angesagt ist. Wenn ich das richtig im Kopf habe, wohnen über 50% der Chilenen in der Santiago-Metropolregion (inkl. Valparaiso etc. an der Küste). Da werden mich also wohl zwangsläufig mehr potentielle Kontrollen und Checkpoints erwarten. Mein Kontakt hier in Chile von der Transportfirma, mit der ich das Motorrad nach Chile verschifft habe, hat mir eine kleine Strecke bis hoch nach La Serena zusammengestellt, die eher über Nebenstraßen führt.
Insgesamt sind das etwas über 900 Kilometer, die ich vermutlich in drei Etappen zurück legen werde. Die Idee ist aktuell, unterwegs zweimal eine Nacht in einem Hotel/Hostel zu verbringen und dann nochmal oben bei La Serena ein Hotel/Hostel für eine Nacht aufzusuchen. Anschließend dann mit einem ganzen Tag Zeit im Gepäck etwas Richtung Gebirge in das Valle de Elqui, um mir dort einen Platz zum Zelten zu suchen.
So ist zumindest aktuell die grobe Überlegung. Vielleicht reicht das auf Höhe La Serena wettertechnisch auch noch nicht, das werde ich sehen. Hier in Constitución ist es jedenfalls auch recht kalt, wenn auch gut 5 Grad wärmer als in Pucón. Das “reicht” aber immernoch für 7 Grad am Morgen in dem Holzhaus hier. Mittelfristig also einfach zu kalt. Zudem möchte ich hier die Gastfreundschaft – ich wohne hier ja komplett kostenlos und kann mehr oder weniger machen, was ich möchte – nicht überstrapazieren.
Bevor die beiden Videos kommen, vielleicht noch ein paar weitere, gesammelte Einrücke. Zu Anfang ein Foto von zwei Pferden, die neulich nachts hier einfach auf der Straße vor dem Grundstück (zum Wasser) lang spaziert sind. Die Handy-Kamera mag Dunkelheit nicht wirklich, aber man kann die beiden glaube ich erkennen:

Weder weiß ich, wo die beiden herkamen, noch, wie sie denn wohl hin wollten. Aber das wirkte für die beiden ganz “normal”. Die drei etwas eskalierenden Hunde haben sie sich einen Moment interessiert angeschaut und sind dann weiter spaziert.
Ansonsten wird dieser Weg am Wasser entlang auch bereits morgens ganz gut frequentiert, gerne auch mit alkoholisiertem Wackelschritt oder aber der Pulle in der Hand. Überhaupt scheinen hier deutlich mehr abgewrackte Menschen unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite der im Rücken entlang laufenden Hauptstraße liegt ein Bahnhof und ein kleiner Platz … oder eine (mit etwas Wohlwollen) Parkanlage, auf dem/in der man tagsüber rumsitzt, Alkohol trinkt, raucht und halt nichts macht.
Auto-, LKW- und Buswracks, Wellblechhütten und vor allem: Vieles wirkt “hingefuddelt”. So, dass es halt jetzt gerade irgendwie funktioniert, Morgen sieht man dann weiter. Gleichzeitig fährt dann auch mal ein Mercedes oder ein VW Amarok durch die Gegend. Ich habe aber schon an verschiedenen Stellen unterwegs gedacht, dass das hier (Chile) ein kleines Paradies für Handwerker sein müsste, die keine Lust mehr auf Deutschland haben. Mit dem Standard, den man fast zwangsläufig eingetrichtert bekommen hat, müsste es ein Leichtes sein, hier immer mal wieder für große Augen zu sorgen 😉 Sowohl Richard (dessen Holzhaus ich gerade bewohne) als auch Nawwaf (aus Pucón) haben mir berichtet, dass es fast unmöglich sei, hier unten “vernünftige” Leute zu bekommen. Ich selber habe für solche Experimente das Falsche gelernt.
Abschließend noch zwei Videos. Das erste Video ist von einer kleinen Fahrt entlang der Küste zu dem Fischmarkt, neben dem Campingplatz, auf dem ich auf meinem Weg Richtung Süden schon Halt gemacht habe. Das zweite ist über den kleinen Kampf gegen das Fresskoma einer der Hunde hier nach der morgendlichen Fütterung:
Son Hund ist halt auch nur ein Mensch wie du und ich ?