Am 02.05. bin ich mit Entrecôte und etwas Energie gestärkt noch Richtung Portugal aufgebrochen. Das Hostel in Spanien war einfach zu gut, dazu auch ein recht vernünftiges Restaurant:

Abends (01.05.) noch ein Gang zu dem Leuchtturm an der Küste, wobei die “Bildeffekte” auf dem Foto von der Kamera kommen und nicht hinzugefügt wurden:

Die Strecke führte mich rüber bis Lagos, mehr oder weniger entlang der Südküste Spaniens und Portugals:

Auch in Südspanien war es ziemlich warm … wieder was für Schattenparker:

In Lagos hatte ich dann eine ganz nette Unterkunft relativ nahe an der Küste. Auch gab es einen Pool, aber so langsam war dann doch die Luft raus:

Da ich für Portugal keine wirklichen Ziele hatte und auch wenig Lust, mir spontan welche “auszudenken”, habe ich dann kurzum entschlossen, am kommenden Tag die Heimreise anzutreten. Die Strecke war laut Routenplaner knapp 2600km:

Die Überlegung war, das vielleicht nur noch mit einer Übernachtung abzureißen. Station entweder in San Sebastian oder aber schon in Feindesland. Je nachdem, wie das so am Tag funktioniert. Morgens in der Frühe ging es nach Portugal-Zeit um 6 Uhr los:


In der Dunkelheit zu starten hatte was. Zudem war netterweise Lagos da noch wie ausgestorben – tagsüber ist das bereits zu dieser Jahreszeit eine rappelvolle Touristenbude, mit Stau und allem, was so dazu gehört.
Insgesamt ging es gut vorran, sodass ich bis Bordeaux durchgefahren bin. Das “Hotel” (als solches würde ich das Loch nicht bezeichnen) hatte ein “Badezimmer”, dass locker mit der Plastikzelle auf dem etwas herunter gekommenen Italiendampfer runter nach Tanger Med mithalten konnte:

Als ich die Klimaanlage nicht zum Laufen bekam, habe ich mich nochmal bei der Rezeption erkundigt, wie die denn genau funktioniert. Tja … die funktioniert gar nicht. Die ist kaputt. “Der Techniker kommt morgen”. Na das ist ja wunderbar. Sowas könnte man vielleicht auch einmal mitteilen, BEVOR man die Kohle für das Zimmer annimmt. Aber was solls. Das ist halt Frankreich. So passt mein Bild von den Pappnasen wenigstens wieder. Im Gegenzug habe ich mir dann mal die Mühe gemacht, in der Gefängnisszelle das erste und einzige Mal auf meiner Tour einen kleinen Saustall zu hinterlassen.
Hier ist das Prachtexemplar von Klima. Die guckt nur, die tut nichts:

Tag zwei der Rückfahrt ging dann direkt durch bis Offenbach. Hierbei bin ich aber bewusst weiter südlich und auf keinen Fall am Molloch Paris vorbei gefahren. Der Verkehr war ganz gnädig (vor Bordeaux war noch ordentlich Stau, den ich aber auf zwei Rädern ganz gut durchfahren konnte), wobei die letzten 300 – 400 km dann doch recht anstrengend wurden. Häufiger mal Pause, um sowohl den Hintern als auch die Knie etwas zu entlasten:

So sehr ich ja gerne über die Franzosen (die Leute, das Land ist ja recht ansehnlich) lästere, auf der deutschen Autobahn fiel mir dann sofort wieder auf, wie sehr die Deutschen doch zum abgewöhnen sind: Die Deutschen sind auf der Autobahn echte egozentrische Dreckssäcke.
Einfaches Beispiel im Vergleich:
In Portugal/Spanien/Frankreich/Marokko:
Kommt man als Motorrad auf der linken Spur relativ zügig (und hier ist das Wort “relativ” genauso gemeint, relativ zum Verkehr auf der rechten Seite) angefahren, dann wird zum einen ratz fatz Platz auf der linken Spur gemacht, gleichzeitig wird auf der rechten Spur gegebenenfalls noch hinter einem LKW gewartet, bis das Motorrad vorbei ist. Der PKW geht eventuell etwas vom Gas, umgekehrt gebe ich nochmal etwas mehr Gas, so muss keiner großartig Bremsen oder sonstwie Theater machen. Man arrangiert sich.
Deutschland:
“Ohoh, da kommt jemand von hinten, da will ich doch schon einmal ganz schnell auf die linke Spur fahren, damit ich mir die Spur schon einmal reserviert habe, wenn ich dann irgendwann den LKW davorne überholen will.”
Oder auch:
“Ich fahre schneller als die rechte Seite, also kann ich jawohl auch links bleiben. Dass da bis zum nächsten LKW eine riesige Lücke ist, in der ich ganz bequem auf die rechte Seite fahren könnte, um den Verkehr hinter mir vorbei fahren zu lassen, spielt da überhaupt keine Rolle. Außerdem, wo kämen wir da hin, dass ICH hier irgendwas machen muss, damit es für ANDERE irgendwie angenehmer ist?”
Dass Menschen freiwillig nach Deutschland kommen, um hier Urlaub zu machen, ist mir wirklich ein Rätsel.
In einer anderen Welt – natürlich nicht in dieser, denn ich würde sowas nie machen – würde ich vermutlich fortwährend rechts überholen, weil die ganzen dickfälligen Pappnasen die ganze Zeit die linke Spur blockieren. Insbesondere, wenn der Arsch schmerzt, man kaum sitzen kann und einfach nur ankommen möchte.
Aber auch die wirklich ätzende deutsche Autobahn habe ich überstanden und bin dann am späten Nachmittag hier angekommen. Der Panzer sah aus wie ein Saustall:

Wenn die Viecher nicht alle tot wären, könnte ich damit vermutlich einen Zoo der typischen Insektenarten südlicher Länder aufmachen.
Das Profil hat sogar noch ordentlich Laufleistung drauf, ich hatte eher etwas Sorgen, dass ich mir das auf der Dauerstrecke deutlich mehr runterschruppe:

Heute wurde dann der Panzer vom gröbsten Dreck gesäubert, in den nächsten Tagen gibt es dann nochmal eine ordentlichere Handwäsche, bevor er für die nächsten Abenteuer in der Garage ruhen darf.

Damit kommt der Blog hier zum Thema Marokko zum Ende.
Kurzum: Marokko ist anstrengend, aber lohnt sich!
Mit dem nächsten günstig gewählten Jobwechsel gibt es dann vielleicht einmal wieder etwas auf einem anderen Kontinent. Wir werden sehen.
Bis dahin: Ich bin raus!
Danke fürs mitnehmen!
Top! Danke für die Impressionen und kurzweiligen Texte.